Online-Hundekurs verkaufen: Plattform, Zahlung und Umsatzsteuer
Das Konzept steht, die Videos sind gedreht — und dann kommt die Frage, an der viele Hundetrainer hängen bleiben: Wo liegt der Kurs, wer zieht das Geld ein, wer stellt die Rechnung, und was ist mit der Umsatzsteuer, wenn eine Teilnehmerin aus Wien bucht? Dieser Leitfaden beantwortet die vier Fragen in der richtigen Reihenfolge, mit den Gebühren der Anbieter (Stand 07.09.2026).
1. Zwei Aufgaben: Kurs hosten und Geld einziehen
Ein Online-Hundekurs braucht zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben: einen Ort für die Inhalte — Videos, PDFs, Lektionen, ein Login für Teilnehmer — und eine Stelle, die die Zahlung abwickelt: Kreditkarte, PayPal, SEPA, Rechnung, Zugang erst nach Zahlungseingang. Manche Anbieter machen beides, andere nur eines. Wer das vorher sortiert, spart sich später doppelte Gebühren und doppelte Buchhaltung.
- Alles in einem: Plattformen wie ablefy hosten den Kurs und wickeln die Zahlung ab. Ein Login, eine Abrechnung.
- Nur Verkauf und Zahlung: Reseller wie Digistore24 oder CopeCart ziehen das Geld ein und stellen die Rechnung; die Kursinhalte liegen auf einer separaten Kursplattform, die den Zugang nach Kauf freischaltet.
- Nur Zahlung: Zahlungsdienste wie Stripe oder PayPal buchen ab — Rechnung, Steuer und Kurshosting bleiben komplett bei dir.
2. Die wichtigste Entscheidung: Wer stellt die Rechnung?
Hinter der Frage nach dem Anbieter steckt eine einfachere: Bist du der Verkäufer, oder ist es der Anbieter? Beides ist üblich, beides ist erlaubt, aber es hat Folgen.
Du verkaufst selbst
Der Teilnehmer schließt den Vertrag mit dir. Du stellst die Rechnung, du schuldest die Umsatzsteuer, du verbuchst jeden Verkauf. Der Zahlungsdienst nimmt dafür wenig — Stripe zum Beispiel 1,5 % + 0,25 € je Kartenzahlung aus dem EWR. Das lohnt sich, wenn du ohnehin Rechnungen schreibst und deine Teilnehmer in Deutschland sitzen.
Der Anbieter verkauft (Reseller-Modell)
Der Teilnehmer schließt den Vertrag mit dem Anbieter. Der stellt die Rechnung, führt die Umsatzsteuer ab, kümmert sich um Widerruf und Rückbuchungen und überweist dir den Erlös abzüglich seiner Gebühr — einmal im Monat eine Gutschrift statt vieler Einzelbelege. Digistore24 und CopeCart arbeiten immer so, bei ablefy schaltest du das Modell je Kurs zu. Dafür ist die Gebühr höher: zwischen 4,9 % + 1 € und 7,9 % + 1 € je Verkauf.
3. Umsatzsteuer bei Teilnehmern aus Österreich und der EU
Ein Online-Kurs ist steuerlich eine auf elektronischem Weg erbrachte Leistung. Verkaufst du ihn an eine Privatperson in einem anderen EU-Land, liegt der Ort der Leistung nach § 3a Abs. 5 UStG am Wohnsitz des Käufers — bei der Teilnehmerin aus Wien gilt also der österreichische Steuersatz, und die Steuer ist dort zu erklären. Damit das nicht für jedes Land einzeln passieren muss, gibt es den One-Stop-Shop (§ 18j UStG), über den alle EU-Umsätze gesammelt beim Bundeszentralamt für Steuern gemeldet werden.
Zwei Dinge entschärfen das für kleine Hundeschulen: Erstens gilt nach § 3a Abs. 5 Satz 3 UStG weiter deutsches Recht, solange die Verkäufe an Privatkunden im EU-Ausland im Vorjahr und im laufenden Jahr zusammen unter 10.000 Euro bleiben. Zweitens nimmt dir ein Reseller die Frage komplett ab — er ist der Verkäufer, er schuldet die Steuer im Käuferland. Die Schweiz ist kein EU-Land; dort gelten eigene Regeln.
4. Die Anbieter und ihre Gebühren
Alle Werte von den offiziellen Preisseiten der Anbieter, Stand 07.09.2026; ablefy-Preise netto laut Anbieterauskunft. Preise ohne Gewähr. Links mit „(Anzeige)“ sind Partnerlinks, die übrigen gewöhnliche Links.
| Anbieter | Gebühr je Verkauf | Grundgebühr | Wer stellt die Rechnung | Kurs-Hosting |
|---|---|---|---|---|
| ablefy (ehemals elopage) (Anzeige) | 2,7 % + 0,50 €; im Reseller-Modell 5,2 % + 1,50 € | 27 €/Monat (Sell), mit Kursen ab 59 €/Monat (Create & Sell) | du — oder ablefy im Reseller-Modell | ja, inkl. Video-Hosting und Community |
| CopeCart | 4,9 % + 1 € | keine genannt | CopeCart | nein |
| Digistore24 | 7,9 % + 1 € (ab 400 € Kurspreis reduzierte Staffel) | keine | Digistore24 | nein |
| Stripe | 1,5 % + 0,25 € (EWR-Standardkarte) | keine | du | nein |
| Mollie (Anzeige) | 1,80 % + 0,25 € (EWR-Verbraucherkarte) | keine | du | nein |
| PayPal | 2,99 % + 0,39 € | keine | du | nein |
5. Rechenbeispiel: ein 149-Euro-Kurs
Angenommen, du verkaufst einen Junghunde-Onlinekurs für 149 € und im Monat zehnmal. Dann behält der Anbieter je Verkauf:
- ablefy, Eigenverkauf: 2,7 % = 4,02 € + 0,50 € = 4,52 € — im Monat 45,20 € plus 59 € Grundgebühr für Create & Sell = 104,20 €
- ablefy, Reseller-Modell: 5,2 % = 7,75 € + 1,50 € = 9,25 € — im Monat 92,50 € plus 59 € = 151,50 €
- CopeCart: 4,9 % = 7,30 € + 1 € = 8,30 € — im Monat 83 €, dazu die Gebühr deiner Kursplattform
- Digistore24: 7,9 % = 11,77 € + 1 € = 12,77 € — im Monat 127,70 €, dazu die Kursplattform
Der Vergleich zeigt das Muster: Die Reseller ohne Grundgebühr sind bei wenigen Verkäufen günstiger, ablefy holt die Grundgebühr über die niedrigere Gebühr je Verkauf herein — und spart die zweite Plattform, weil der Kurs schon dort liegt. Ab welcher Stückzahl das kippt, hängt an deinem Preis; bei 149 € und zehn Verkäufen liegt ablefy mit Kurs-Hosting bereits unter Digistore24 ohne.
6. Was für Hundetrainer meist passt
Die meisten Hundeschulen verkaufen Onlinekurse an Privatkunden, überwiegend in Deutschland, mit einzelnen Teilnehmern aus Österreich — und sie wollen nicht zwei Werkzeuge pflegen. Für genau diesen Fall ist eine Plattform, die Kurs und Zahlung zusammen abwickelt und das Reseller-Modell bei Bedarf zuschaltet, die einfachste Lösung.
ablefy hostet deinen Onlinekurs samt Videos, zieht das Geld ein, stellt Rechnungen und mahnt — auf Wunsch als Reseller mit Umsatzsteuer-Abwicklung. Aktion ab 1. Oktober 2026 laut ablefy: Create & Sell (mit Kurs-Hosting) in den ersten 3 Monaten 49 € statt 59 € im Monat, Sell (nur Verkauf, etwa für Präsenzkurse und Einzeltraining) 17 € statt 27 €. Vorher 14 Tage kostenlos testen.
ablefy 14 Tage testen → (Anzeige) Anzeige · Partnerlink zu ablefy. Aktionspreis laut Partnerunterlagen von ablefy, Stand 29.09.2026 — maßgeblich ist der Preis bei ablefy. Preise netto.
Wer dagegen schon eine Kursplattform hat und nur einen Zahlungsweg sucht, fährt mit CopeCart als Reseller ohne Grundgebühr gut — oder, wenn alle Teilnehmer in Deutschland sitzen und die Rechnung ohnehin aus der Buchhaltung kommt, mit Stripe oder PayPal am günstigsten.
Tiefer einsteigen: Alle zehn Zahlungsanbieter mit Gebühren-Rechner und der Steuerfrage im Detail auf zahlungsanbieter-check.de — und welche Kursplattform Videos und Teilnehmer am besten verwaltet, vergleicht kursplattform-vergleich.de.
7. Das Kurskonzept dahinter
Die Plattform ist der leichtere Teil. Der schwerere ist ein Onlinekurs, der ohne Trainer vor Ort funktioniert: Lektionen in der richtigen Länge, Hausaufgaben, die Halter wirklich machen, Erfolgskontrolle ohne Blickkontakt. Genau dafür sind die Onlinekurs-Konzepte von hundeschulkonzepte.de gebaut — neun digitale Konzepte von der Leinenpöbel-Prävention bis zum Junghundekurs, als reines Onlineformat oder als Ergänzung zum Präsenzkurs, kommerziell nutzbar.
Du wirst weitergeleitet zu hundeschulkonzepte.de
Weiterführend: Als Hundetrainer selbstständig (mit dem Abschnitt zu zusätzlichen Einnahmequellen) und Welche Kurse sich im Kursprogramm lohnen.
8. Häufige Fragen: Online-Hundekurs verkaufen
Welche Plattform brauche ich, um einen Online-Hundekurs zu verkaufen?
Zwei Dinge müssen zusammenkommen: ein Ort, an dem die Videos und Unterlagen liegen und Teilnehmer sich einloggen, und eine Stelle, die die Zahlung abwickelt und die Rechnung stellt. Plattformen wie ablefy vereinen beides (Plan Create & Sell ab 59 € netto im Monat, Stand 07.09.2026). Reseller wie Digistore24 oder CopeCart übernehmen nur Verkauf und Zahlung — die Kursinhalte liegen dann auf einer separaten Kursplattform.
Was kostet der Verkauf eines Online-Hundekurses an Gebühren?
Je Verkauf behält ablefy 2,7 % + 0,50 € (im Reseller-Modell 5,2 % + 1,50 €), CopeCart 4,9 % + 1 €, Digistore24 7,9 % + 1 € — Stand 07.09.2026 laut den offiziellen Preisseiten. Bei einem 149-Euro-Kurs sind das 4,52 €, 8,30 € bzw. 12,77 €. ablefy verlangt zusätzlich eine Grundgebühr ab 27 € im Monat, Digistore24 und CopeCart keine.
Muss ich für Kursteilnehmer aus Österreich Umsatzsteuer abführen?
Bei Privatkunden in einem anderen EU-Land liegt der Ort der Leistung bei elektronisch erbrachten Leistungen am Wohnsitz des Kunden (§ 3a Abs. 5 UStG) — es gilt dann der österreichische Steuersatz. Unter 10.000 Euro solcher Umsätze im Jahr bleibt es beim deutschen Recht (§ 3a Abs. 5 Satz 3 UStG). Ein Reseller nimmt dir die Frage ganz ab, weil er der Verkäufer ist. Keine Steuerberatung — den Einzelfall klärt die Steuerberatung.
Was ist das Reseller-Modell?
Der Anbieter verkauft deinen Kurs im eigenen Namen an den Teilnehmer, stellt die Rechnung, führt die Umsatzsteuer ab und zahlt dir den Erlös abzüglich seiner Gebühr aus. Digistore24 und CopeCart arbeiten immer so; bei ablefy lässt sich das Modell je Produkt zuschalten.
Kann ich ein fertiges Onlinekurs-Konzept einfach hochladen und verkaufen?
Die Onlinekurs-Konzepte von hundeschulkonzepte.de sind für die digitale Durchführung aufgebaut und kommerziell nutzbar. Videos und Unterlagen produzierst du selbst nach dem Konzept; die Plattform übernimmt Auslieferung und Zahlung.
Quellen
- ablefy – offizielle Preisseite (ablefy.io/preise), Abruf 07.09.2026; Netto-Angabe laut Anbieterauskunft vom 07.09.2026
- Digistore24 – Vendoren-Seite mit Gebührenangabe (digistore24.com/de/vendoren), Abruf 07.09.2026
- CopeCart – Startseite mit Gebührentabelle (copecart.com/de), Abruf 07.09.2026
- Stripe – Preise Deutschland (stripe.com/de/pricing), Abruf 07.09.2026
- Mollie – Preise (mollie.com/de/pricing), Abruf 07.09.2026
- PayPal – Gebühren für Geschäftskunden (paypal.com/de/business/paypal-business-fees), Abruf 07.09.2026
- § 3a UStG und § 18j UStG (gesetze-im-internet.de), Abruf 07.09.2026
Anbieter-Preisseiten werden als Quelle genannt, nicht verlinkt. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Steuerberatung.